| RCL sagt „Höhenriese“ ab |
| Geschrieben von Administrator | ||||
| Sonntag, 7. Februar 2010 | ||||
![]() Zukünftig gibt es keinen „Höhenriesen“ und keine RTF mehr in Lüdenscheid (Foto: CremerPress – Alexander Cremer). „Wir haben uns die Entscheidung gewiss nicht einfach gemacht und haben bis zuletzt gehofft, dass wir die Enden doch noch irgendwie zusammenbekommen. Doch nun ist es traurige Gewissheit geworden; der „Höhenriese“ und die RTF werden zukünftig nicht mehr stattfinden,“ gaben die drei o. g. Vorstandsmitglieder des RCL'98 unisono zu Protokoll. Geschäftsführer W. Caspary erläuterte die Aspekte, die zur Absage führten: „Die Gründe für den Verzicht des Marathon und der RTF sind vielschichtig und ein über die letzten Jahre andauernder Prozess, der von der Verantwortlichen des RC Lüdenscheid’98, auch mit viel Herzblut, nicht mehr aufgehalten werden konnte.“ Der Bereich der Radtouristikfahrten ist insgesamt rückläufig, die Teilnehmer fehlen. Der 1. Vorsitzende Christian Klapproth hierzu: „Die großen überregionalen Events, wie z. B. der Ötztaler, Engadin – Marathon, Drei-Länder-Giro oder die großen Jedermannrennen wie in Hamburg haben da keine Probleme, für teures Geld ihre Startplätze an den Mann zubringen. Wir hatten seinerzeit gehofft, mit unserem anspruchsvollen „Höhenriesen“ (Anm.: 213 km Streckenlänge mit 3500 Höhenmeter) auch davon profitieren zu können. Anfangs lief es ja auch ganz gut ! Doch leider sind wir von unserer regionalen Schiene nicht heruntergekommen. Zwar gab es immer wieder überregionale Teilnehmer, doch die bildeten eher die Ausnahme. Im Ruhrgebiet gibt es zwar noch diverse RTF – Großveranstaltungen. Doch wie sich immer wieder herausstellte, konnte der RCL diesbezüglich nicht dagegen konkurrieren. Eine Teilnehmerzahl von ca. 100 Marathonfahrern und 400 weiteren Touristikern ist jedoch mindestens notwendig, sonst lohnt der enorme Aufwand nicht. Und dazu hat es in den letzten Jahren einfach nicht gereicht.“ Weitere Argumente für die Absage waren beispielsweise auch die Verbandsvorgaben hinsichtlich der Terminvergabe sowie der geringen Startgelder. Als Vorgabe des Radsportverbandes „Bund Deutscher Radfahrer“ (abg. BDR) darf ein Veranstalter für eine RTF lediglich 3 – 4 .- Euro Startgeld verlangen. „Wie, bitte schön, soll das auf Dauer gut gehen,“ fragen Klapproth, Geitmann und Caspary eher rhetorisch. „Die Kosten für Getränke, Obst und Müsliriegel, die wir für die Radsportler in ausreichendem Maße bereithalten müssen, übersteigen diese geringen Startgelder bei weitem. Dazu kommen noch die weiteren erforderlichen Arbeiten, wie z. B. das Aus – und Abschildern der Strecken oder das Herrichten vom Start – und Zielort. Die Veranstaltung rechnete sich ausschließlich über die Marathonfahrer, von denen wir dann über eine freie Preisgestaltung ca. 10 – 15 .- Euro verlangen konnten. Die Marathonfahrer haben somit die übrigen RTF’ler mitfinanziert.“ Zu guter Letzt hat den RCL’ern dann auch noch der Nordrhein Westfälische Radsportverband zugesetzt. Der zunächst festgezurrte RTF – Veranstaltungstermin wurde widerrufen und in die Sommerferien verlegt. „Doch auch dieses Experiment haben wir bereits hinter uns,“ führt Chr. Klapproth weiter aus. „Bei einer RTF während der Sommerferien hatten wir damals erheblich weniger vereinseigene Helfer und noch geringere Starterfelder. Da haben wir dann endgültig resigniert und abgewunken.“ Mit der Aufgabe der Radtouristikfahrt bricht dem Lüdenscheider Radsport – Club somit ein elementares Standbein seines Vereinslebens weg. Schließlich war die Ausrichtung der damaligen „Tortellini – Tour“, seinerzeit noch unter der Flagge von Rot Weiß Lüdenscheid, und der beginnenden Eigenständigkeit als RCL’98 mit der gleichzeitigen Einführung des „Höhenriesen“ als Radmarathon, ein prägender Bestandteil. Dennoch: Zwei Veranstaltungen verbleiben nach wie vor im Programm des Radsport – Club's. Am 29. Mai 2010 findet der Herscheid – Triathlon (herscheid-triathlon.de) statt. Und als Radsportveranstaltung richtet der RCL nach wie vor noch das Bergzeitfahren am 29. September 2010 aus, welches seit dem vergangenen Jahr zudem Bestandteil einer neuen Dreifachserie (hill-climbing-challenge.de) geworden ist. |
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